Dozenten der TH Nürnberg posieren bei den Kolloquien zum Brandschutz vor dem Karl-Bröger-Zentrum Interessenten hören aufmerksam einem Vortrag auf der NÜREKON zu
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Nutzungsänderung von Gebäuden und die Konsequenzen für den Brandschutz

Nürnberg, 12. Mai 2017 – Bereits zum zwölften Mal lud die OHM Professional School der Technischen Hochschule Nürnberg zu den Nürnberger Kolloquien zum Brandschutz ein. Über 130 Architekten, Bauingenieure, sowie Mitarbeiter von Behörden, Gemeinden und der Feuerwehr informierten sich rund um den Brandschutz bei Nutzungsänderungen von Bestandsbauten. Die Referenten deckten von rechtlichen Definitionen und Grundlagen über Industriebau-Richtlinien bis hin zu Brandschutzmaßnahmen in Flüchtlings- und Asylbewerberunterkünften zahlreiche Facetten des Themas ab.

Was ist rechtlich unter einer „Nutzungsänderung“ zu verstehen? Welche Auswirkungen sind dadurch für den Brandschutz zu erwarten? Diese und weitere Fragen wurden im Rahmen der diesjährigen Kolloquien zum Brandschutz am Donnerstag, dem 11. Mai, in Nürnberg diskutiert. Die OHM Professional School (OPS), das Institut für berufsbegleitende Weiterbildung an der Technischen Hochschule Nürnberg, hat auch in diesem Jahr wieder erfahrene Referentinnen und Referenten aus der täglichen Praxis sowie Dipl.-Ing. Christine Lippert, Technische Amtsleiterin für Gebäudewirtschaft der Stadt Fürth, als Moderatorin für das Kolloquium gewinnen können.

Theoretische Grundlagen und praxisnahe Beispiele

Zu Beginn der Fachtagung wurde die rechtliche Definition des Begriffs der Nutzungsänderung sowie Konsequenzen und Auswirkungen für den Brandschutz erläutert und anhand von Beispielen veranschaulicht. Unter anderem nannte Rechtsanwältin Katharina Luther hier die Umnutzung eines Wochenendhauses zu einem normalen Wohngebäude oder die Umwandlung eines Großhandels in einen Einzelhandel. Eine unzulässige Nutzungsänderung kann im Schadensfall zu einer strafrechtlichen Verfolgung wegen fahrlässiger Tötung führen, so Luther.

Der Veranstaltungsort als Ansichtsobjekt

Robert Kästner, Geschäftsführer der fränkischen Verlagsanstalt und Buchdruckerei GmbH, gab in einem Impulsvortrag Hintergrundinformationen zum Veranstaltungsort, dem Karl-Bröger-Haus. Nach einem historischen Überblick ging er vor allem auf die Gratwanderung zwischen Nutzen und Erhalt des Gebäudes sowie Kundeninteressen, Denkmalschutz und Rentabilität ein.

Dr. Thomas Maier und Diplom-Ingenieur (FH) Andreas Wiesenhütter sprachen über das Spannungsfeld zwischen Bayerischen Bauordnung, Arbeitsstättenrecht und barrierefreiem Bauen und zeigten, wie Brandschutzmaßnahmen auf die Bedürfnisse von Beschäftigten mit Behinderung anzupassen sind. Für Menschen mit Sehbehinderung sind beispielsweise eine kontrastreiche Gestaltung der Rettungswegbeschreibung und Sicherheitsmarkierungen an Türen mit Glasflügeln unerlässlich. Mitarbeiter, die einen Rollstuhl oder Gehhilfen nutzen, benötigen eine ausreichende Fluchtwegbreite und alternative Fluchtwege bei Hindernissen wie Drehkreuzen. Die anschließende Diskussion zeigte, dass bei diesem Thema die rechtliche Situation nicht immer eindeutig ist und Anforderungen an Rentabilität, Barrierefreiheit und Arbeitsstättenrecht widersprüchlich sein können.
Ein weiterer Themenschwerpunkt lag auf der Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern in Fabrikations- und Bürogebäuden. Fachplaner und Feuerwehr beleuchteten ausführlich die Herausforderungen für den Brandschutz bei der Umnutzung von Gebäuden für die zeitlich begrenzte als auch dauerhafte Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Sabine Betz-Ungerer, Geschäftsführerin der OHM Professional School, freute sich über die gelungene Kombination aus Theorie und Praxis: „Wir konnten unserem Publikum sowohl fundierte Grundlagen des Brandschutzes als auch konkrete und vor allem aktuell relevante Beispiele präsentieren.“ In einer Abschlussdiskussion hatten alle Teilnehmer die Gelegenheit, sich aktiv einbringen.

Weitere Informationen zu den Nürnberger Kolloquien zum Thema Brandschutz finden Sie unter www.brandschutz-weiterbildung.de

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Die OHM Professional School ist das Institut für berufsbegleitende Weiterbildung der Technischen Hochschule Nürnberg. Sie geht hervor aus dem Management-Institut der TH Nürnberg und der Verbund Ingenieur Qualifizierung gGmbH. Beide Einrichtungen blicken auf eine mehr als 15-jährige Erfahrung im akademischen Weiterbildungsbereich zurück.
Mit aktuell über 20 maßgeschneiderten Angeboten aus den Bereichen Technik, Informationstechnologie und Wirtschaft ist die OHM Professional School der Partner für zielorientierte akademische Weiterbildung und lebenslanges Lernen in der Metropolregion Nürnberg. Das Portfolio umfasst diverse Studien- und Zertifikatslehrgänge, sowie Fachtagungen, (Firmen-)Seminare und Konferenzen.

Weitere Informationen:
OHM Professional School gGmbH
Sabine Betz-Ungerer
Dürrenhofstr. 4
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Tel.: 0911/ 424599-12
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