Gruppenbild der Referenten der Nürnberger Kolloquien zur Trinkwasserversorgung 2016
Presse

Trinkwasser - Die wichtigste Ressource der Menschheit

Nürnberger Kolloquien zur Trinkwasserversorgung nehmen Trinkwasserqualität in den Blick

 

 

Nürnberg, 02. November 2016 - Trinkwasser ist ein rares und schützenswertes Gut, das eines sorgsamen Umgangs und professioneller Aufbereitung bedarf. Am Donnerstag, dem 27. Oktober 2016, lud deshalb die OHM Professional School der TH Nürnberg zu den Nürnberger Kolloquien zur Trinkwasserversorgung ein und stellte die Trinkwasserqualität in den Fokus der Vorträge. Bundesweit anerkannte Fachexperten und renommierte Referenten aus dem regionalen Umfeld informierten über Rechte und Pflichten von Wasserversorgern sowie Methoden zur Qualitätssicherung und –wiederherstellung in der Trinkwasserversorgung.

Rund 100 Teilnehmer aus Stadt- und Gemeindewerken, Zweckverbänden, Umweltbehörden und Wasserwirtschaftsämtern sowie Industriebetrieben informierten sich in den Vorträgen und bei den 17 Ausstellern der begleitenden Hausmesse umfänglich zum Thema „Trinkwasserqualität“. Diplom-Geologe Benjamin Bartsch vom Branchenspezialisten CDM Smith Consult GmbH aus Nürnberg führte durch die ganztägige Veranstaltung.

Trinkwasserqualität einhalten

Im ersten Teil der Veranstaltung beschäftigten sich die Experten mit der Qualitätssicherung des Trinkwassers unter rechtlichen und fachlichen Aspekten. PD Dr. Ulrich F. Schmelz aus Fulda, eröffnete die Kolloquien. Er gab einen Überblick über die Gesamtproblematik und ging beispielsweise der Frage nach, welche Einflüsse durch die öffentliche Versorgung und die Hausinstallation auf das Trinkwasser einwirken, und welche Gefährdungen aus mikrobiologischer und chemischer Sicht damit einhergehen. Dies sind Faktoren wie z.B. Stagnation, Temperatur, Korrosion und Rückströmen von Nichttrinkwasser. „Hier ist qualifiziertes Personal genauso wichtig wie eine normkonform ausgeführte Anlage, Wartungs- und Instandhaltung sowie Sanierungsmaßnahmen“, erklärte Dr. Schmelz, dessen Fachunternehmen in Fulda auch Begutachtungen und Sanierungen von Trinkwasseranlagen durchführt.
Die Qualitätssicherung des Trinkwassers aus Sicht einer Überwachungsbehörde beleuchtete Dr. Fritz Oberparleiter vom Gesundheitsamt Roth. Er betonte, dass das Verständnis der Prozesse das frühzeitige Erkennen evtl. vorhandener Schwachstellen erleichtert. Dies sei wichtig, da Qualitätssicherung in der Trinkwasserversorgung gesundheitlicher Verbraucherschutz sei. „Ein ‚Water-Safety-Plan‘ hilft, Risiken zu bewerten und zu beherrschen“, so der Experte. Zudem stellte er rechtliche und fachliche Aspekte wie den Leitlinienplan der WHO und einen Probeentnahmeplan vor. Von der N-ERGIE Service GmbH informierte Hagen Müller gemeinsam mit Dipl.-Ing. Andreas Baur, Bauconsult GbR aus Haßfurt, über die Ultrafiltration als einem etablierten, im Regelwerk des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW), verankerten Verfahren zur Partikelentfernung im Trinkwasser. Dipl.-Geograph Stefan Leis, Geschäftsbereich Wasser der N-ERGIE AG aus Nürnberg erläuterte dem fachkundigen Publikum, auf was bei Wasserrechten, Wassergewinnungsgebieten und Schutzzonen zu achten ist und gab zahlreiche praktische Hilfestellungen.

Praxistipps zur Sicherung der Trinkwasserqualität

Im zweiten Teil erhielten die Teilnehmer anhand von Fallbeispielen Hilfestellungen und Informationen für ihre tägliche Arbeit. Sechs Referenten zeigten an unterschiedlichen Beispielen Handlungsoptionen zur Sicherung der Trinkwasserqualität auf.
Bernd Raade von der Sensus GmbH informierte zum Thema Pseudomonas aerugionosa und wie sich die Bakterien aus Herstellersicht bei der Fertigung von Wasserzählern vermeiden lassen. Mit Verunreinigungen im Wasser beschäftigte sich auch Herrmann Löhner, Werkleiter der Fernwasserversorgung Franken. „Landwirtschaft und Grundwasser sind oft ein Streitthema. Düngemittel helfen dem Landwirt, seine Feldfrüchte vor Schädlingen zu schützen, gleichzeitig dringen die Stoffe in das Grundwasser ein und führen zu einer erheblichen Nitratbelastung“, weiß Löhner und versuchte die Widersprüche in Einklang zu bringen. Hierzu stellte er ein Lösungsmodell zur Reduzierung von Nitrat im Grundwasser vor, das eine landwirtschaftliche Nutzung in Einklang mit der Wassergewinnung bringt. Neben Wasserschutzgebieten als wichtigstem Instrument empfiehlt er auch gezielte Kooperationen mit Landwirten. Dank seiner Erfahrungen in diesem Bereich weiß er: „Grundwasserschonende Landwirtschaft wird am besten durch Information, intensive Beratung und Kooperationsangebote mit angemessenem Ausgleich gefördert.“

Die Dipl. Ingenieure Frank Krause und Markus Kagerer, von der Rehau AG und der Stadtwerke München Service GmbH, plädierten für eine Qualitätssicherung des Trinkwassers bereits im Rohrleitungsbau. „Das Close-Fit-Lining beugt Verunreinigung im Ansatz vor. Saubere Rohrleitungen von der Produktion bis zur Verlegung tragen erheblich zur Einhaltung der Wasserqualität bei und lassen Verschmutzungen gar nicht erst zu“, raten Krause und Kagerer.
Sollte es doch zu mikrobiellen Belastungen kommen und Wasserproben einen positiven Befund aufweisen, ist schnelles Handeln und Fachwissen gefragt. Interessiert folgte das Publikum daher den Ausführungen von Felix Kuntsche und Martin Schneider von Netze BW Wasser aus Stuttgart. Sie erläuterten anhand eines realen Beispiels die Handlungsoptionen aus Sicht des Betriebs und des Wasserlabors. „Ein positiver Befund erfordert eine schnelle Reaktion. Nach der Außerbetriebnahme muss unverzüglich eine Ersatzversorgung aufgebaut werden, befallene Anlagenteile entsprechend gereinigt oder ersetzt werden. Entscheidend ist auch die Information der Bevölkerung, z. B. in Form eines Abkochgebots.“ Umso wichtiger seien Präventivmaßnahmen, wie eine kontinuierliche Qualitäts- und Prozessüberwachung, so die Experten.

Networking auf der Hausmesse

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer begleitenden Hausmesse, die zusätzlichen Raum zum Erfahrungsaustausch und zur Pflege von Netzwerken bot. Die Aussteller zeigten sich zufrieden über ihre diesjährige Präsenz. „Wir waren bereits bei den ersten Trinkwasser Kolloquien vor Ort und sind begeistert von der professionellen Organisation. Es ist für uns eine wunderbare Chance, relevante Kunden zu treffen und Kontakte auf- und auszubauen“, so Marion Melzer, Vertrieb und Marketing bei Mennicke Rohrbau GmbH.

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Die OHM Professional School ist das Institut für berufsbegleitende Weiterbildung der Technischen Hochschule Nürnberg. Sie geht hervor aus dem Management-Institut der TH Nürnberg und der Verbund Ingenieur Qualifizierung gGmbH. Beide Einrichtungen blicken auf eine mehr als 15-jährige Erfahrung im akademischen Weiterbildungsbereich zurück. Mit aktuell über 20 maßgeschneiderten Angeboten aus den Bereichen Technik, Informationstechnologie und Wirtschaft ist die OHM Professional School der Partner für zielorientierte akademische Weiterbildung und lebenslanges Lernen in der Metropolregion Nürnberg. Das Portfolio umfasst diverse Studien- und Zertifikatslehrgänge, sowie Fachtagungen, (Firmen-)Seminare und Konferenzen

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Weitere Informationen:

OHM Professional School
Sabine Betz-Ungerer
Dürrenhofstr. 4
90402 Nürnberg
Tel.: 0911/ 424599-0
ohm-professional-school@th-nuernberg.de
www.ohm-professional-school.de

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