Zuhörer bei einer der Reden der 3. Nürnberger Kolloqien zur Trinkwasserversorgung Lebhafte Diskussionen bei Ausstellern der Fachtagung zur Trinkwasseraufbereitung
Presse

Trinkwasser im Zeichen von Infrastruktur, Chemie und Bürgerbeteiligung

Fachtagung zur Trinkwasseraufbereitung an der Technischen Hochschule Nürnberg

Nürnberg, 05. Oktober 2017 – Die dritten Nürnberger Kolloquien zur Trinkwasserversorgung der OHM Professional School der Technischen Hochschule Nürnberg widmeten sich am Donnerstag, 05.10.2017 den Themen Grundwasserschutz, Schadstoffen im Trinkwasser und Öffentlichkeitsbeteiligung in der Versorgung. 60 Branchenexperten besuchten die ganztägige Fachveranstaltung.

Auf Einladung der OHM Professional School (OPS), des Instituts für berufsbegleitende Weiterbildung an der Technischen Hochschule Nürnberg und unter der Schirmherrschaft von Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly sprachen renommierte Referentinnen und Referenten über diverse Aspekte der Qualitätssicherung und Bereitstellung von Trinkwasser.

Theorie, Praxis und Erfahrungswerte

Dipl.-Bauing. (TH) Martin Rätz stellte Projekte und Projektideen der Aktion Grundwasserschutz vor. Der Referent der Regierung von Mittelfranken erläuterte dabei die wasserwirtschaftlichen Gegebenheiten in Mittelfranken und wie die Aktion an diese Voraussetzungen anzupassen sei.
Prof. Dr.-Ing. Eberhard Aust von der Fakultät Angewandte Chemie der TH Nürnberg sprach über Radionuklide im Trinkwasser, deren Herkunft und die Möglichkeiten zur Entfernung. Dabei ging er auch auf die gesetzliche Historie und Begriffserklärungen ein.
Dr. Thomas Gutzke beschrieb die Methodik des Grundwasser-Monitorings und der Brunnenalterungs-Überwachung sowie den Einsatz von Wasserzählern und Wasserverlustanalysen. Der Geschäftsführer der envi-systems GmbH zeigte dabei, wie Nitrat im Roh- und Trinkwasser ermittelt und die Daten über unterschiedliche Systeme verarbeitet werden können.
Im ersten Vortrag nach der Mittagspause brachte Carlo Schillinger, Geschäftsführer des LGA Instituts für Umweltgeologie und Altlasten GmbH, den Zuhörern die Schadstoffgruppen PFC und NSO-Heterozyklen näher.
Einblicke in die Anlagenplanung und Betriebsaufnahme für die Aufbereitung von potentiell altlastenbeeinflusstem Trinkwasser erhielten die Teilnehmer von Dipl.-Ing. Matthias Schelbert und Anne Pötzl, M.Sc. Die beiden Vertreter der CDM Smith Consult GmbH schilderten am Beispiel der Stadt Klingenberg am Main die einzelnen Schritte der Trinkwasseraufbereitung von der Ausgangssituation über Planung, Behördenabstimmung, Ausschreibung, Bau, weitere Untersuchungen und den Probebetrieb bis zur vollumfänglichen Umsetzung. Dabei fassten Sie für das fachkundige Plenum ihre Erfahrungen aus dem Projekt zusammen.
Ebenfalls aus der Praxis berichtete Walter Wölfelschneider, Geschäftsleiter Markt Eschau. Er schilderte sehr anschaulich, wie eine Neustrukturierung der Wasserversorgung im Gemeindegebiet zu erheblichen Protesten der Bürger führte. Mit einer strategisch angelegten aktiven Bürgerbeteiligung und Pressearbeit konnte der Markt schließlich erfolgreich gegengesteuern. „Die Information und Einbeziehung der Bürger in Entscheidungen sehen wir als Pflicht für Kommunen an“, erklärt Wölfelschneider und empfiehlt: „Holen Sie sich auch Unterstützung von neutralen Externen, um den Kommunikationsprozess begleiten zu lassen.“

In einem abschließenden Impulsvortag gab Dipl.-Geol. Benjamin Bartsch, ebenfalls CDM Smith Consult GmbH, einen Ausblick auf Zukunftsentwicklungen bei der Trinkwasserversorgung. Dabei stellte er unter anderem zur Diskussion, ob das Thema Nitrate nur noch eine Frage der technischen Lösung sei. Überzeugt ist Barsch hingegen davon, dass sich die Wasserversorger in Zukunft verstärkt mit den Themen Digitalisierung sowie Bürgerbeteiligung auseinander setzen werden müssen. Alle Teilnehmer waren sich in der Diskussion nach Ende der Vorträge einige, dass die Bevölkerung dem Gut Wasser grundsätzlich wieder einen höheren Wert zuschreiben muss.

Auch in diesem Jahr bot die umfangreiche begleitende Hausmesse mit namhaften Ausstellern einen Einblick in den aktuellen Stand der technischen Entwicklungen im Bereich Trinkwasseraufbereitung für die Teilnehmer des Kolloquiums.

Weitere Informationen zu den Nürnberger Kolloquien zur Trinkwasserversorgung finden Sie auf der Webseite.

Die OHM Professional School ist das Institut für berufsbegleitende Weiterbildung der Technischen Hochschule Nürnberg. Sie geht hervor aus dem Management-Institut der TH Nürnberg und der Verbund Ingenieur Qualifizierung gGmbH. Beide Einrichtungen blicken auf eine mehr als 15-jährige Erfahrung im akademischen Weiterbildungsbereich zurück. Die OHM Professional School ist das Institut für berufsbegleitende Weiterbildung der Technischen Hochschule Nürnberg. Sie geht hervor aus dem Management-Institut der TH Nürnberg und der Verbund Ingenieur Qualifizierung gGmbH. Beide Einrichtungen blicken auf eine mehr als 15-jährige Erfahrung im akademischen Weiterbildungsbereich zurück.

Mit aktuell über 20 maßgeschneiderten Angeboten aus den Bereichen Technik, Informationstechnologie und Wirtschaft ist die OHM Professional School der Partner für zielorientierte akademische Weiterbildung und lebenslanges Lernen in der Metropolregion Nürnberg. Das Portfolio umfasst diverse Studien- und Zertifikatslehrgänge, sowie Fachtagungen, (Firmen-)Seminare und Konferenzen.


Weitere Informationen:

OHM Professional School
Sabine Betz-Ungerer
Dürrenhofstr. 4
90402 Nürnberg
Tel.: 0911/ 424599-12
ohm-professional-school@th-nuernberg.de
www.ohm-professional-school.de

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