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Versorgungssicherheit und Digitalisierung bestimmen die Zukunft der Trinkwasserbranche

Fachtagung der Technischen Hochschule Nürnberg zeigt Lösungsansätze für eine effizientere Trinkwasserversorgung auf

Nürnberg, 28. Januar 2019 – Nachhaltige Wasserversorgung und die Digitalisierung der Wasserwirtschaft standen bei den vierten Nürnberger Kolloquien zur Trinkwasserversorgung der OHM Professional School am Dienstag, 18.09.2018 im Zentrum des Interesses. Rund 50 Branchenexperten diskutierten auf der ganztägigen Fachtagung und bei der begleitenden Hausmesse Konzepte und Lösungen für die Wasserwirtschaft von morgen.

„Quo Vadis“ lautete das Motto der vierten Nürnberger Kolloquien zur Trinkwasserversorgung. Mit den Themen Digitalisierung und der Anwendung der Building Information Modeling (BIM)-Methode lag ein zentraler Fokus der Veranstaltung auf aktuellen Weichenstellungen für die Zukunft der bayerischen Wasserwirtschaft. Vor diesem Hintergrund sprachen erfahrene Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis über Herausforderungen der Branche und diskutierten Lösungsstrategien.
Die Fachtagung der OHM Professional School (OPS), des Instituts für berufsbegleitende Weiterbildung an der Technischen Hochschule Nürnberg, fand in diesem Jahr erstmalig parallel zu den Nürnberger Kolloquien zur Kanalsanierung in der Stadthalle Fürth statt.
Gleich zu Beginn warf Dipl.-Ing. Rainer Zimmermann, Referent für Wasserversorgung beim Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz in seinem Vortrag die Frage auf, ob der Freistaat in Zukunft für eine nachhaltige Wasserversorgung gerüstet sei. Sein Befund: Trotz des hohen Niveaus bei der Trinkwasserversorgung bestehe Handlungsbedarf für die flächendeckende Zukunftsabsicherung und bei der Qualitätssicherung. Denn in bestimmten Regionen übersteige der Wunsch nach Wasserentnahme das nachhaltig nutzbare Wasserdargebot, wie etwa der zurückliegende Hitzesommer gezeigt habe.

Digitales Abbild für erhöhte Versorgungssicherheit

Dipl.-Ing. (FH) Christian Ziemer, Head of Industry Development & Strategy Water and Waste Water von der Siemens AG in Nürnberg, skizzierte im Anschluss anhand praktischer Fallbeispiele, wie der Einsatz der „Building Information Modelling“-Technik (BIM) die Effizienz und Nachhaltigkeit der Wasserversorgung steigern kann. In einer virtuellen Umgebung erlaubt dieses Verfahren schon im Vorfeld die detaillierte Planung komplexer Infrastrukturprojekte und damit eine erheblich effizientere Ausführung beim Bau und eine zielgerichtete Instandhaltung beim Betrieb der Anlagen. International ist die Technik bereits vielerorts Standard. So setzen etwa die britischen Wasserversorger schon seit zehn Jahren auf BIM. „Versorgungssicherheit und Transparenz werden durch BIM immens erhöht“, erklärte Ziemer, „damit lassen sich nicht nur Qualität und Quantität, sondern auch weitere Dimensionen wie Zeit, Kosten, Nachhaltigkeit und Instandhaltung erheblich optimieren.“ Sein Fazit: „BIM kommt – und es kommt schnell.“ Denn auch hierzulande lautet die verbindliche Vorgabe der Bundesregierung, ab 2020 jedes große Infrastrukturprojekt mit BIM zu planen und auszuführen.

Nachholbedarf bei der Datenerhebung

Auf den Nutzen von Datenerhebung und -verarbeitung stellte auch Prof. Dr. Ing. Ronald Schmidt-Vollus, Leiter des Forschungsschwerpunkts Automatisierungstechnik am Nuremberg Campus of Technology der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm ab. Bei der „Digitalisierung in der Wasserwirtschaft zur Qualitätssteigerung und Erhöhung der Ressourceneffizienz“ sieht Schmidt-Vollus in Deutschland generell Nachholbedarf im Vergleich zu anderen Ländern. Insbesondere würden bislang viel zu wenig Daten erhoben, um verlässliche Analysen zur aktuellen Versorgungslage und zum Zustand der Infrastruktur zu erstellen: Damit fehle oftmals die Basis, um effektive Maßnahmen in Bezug auf Energieeffizienz, Qualitätssteigerung, Kostenreduktion sowie die Schonung und Rückgewinnung von Ressourcen zu ergreifen. „Digitalisierung kann man im Kleinen betreiben,“ so Schmidt-Vollus, „richtig interessant wird es aber, wenn Sie mehr Daten erheben und in großem Umfang gezielt auswerten.“ Digitale Prozesse bei der Anlagensteuerung könnten hier ebenso helfen wie ein „Smart-Metering“ zur Überwachung der Systeme.

Fachlicher Austausch auf breiter Themenbasis

In weiteren Vorträgen befassten sich die Referentinnen und Referenten mit den Themen Versorgungssicherheit, Inspektion und Wartung von Rohrnetzen, Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz und finanziellen Förderungen in der Wasserwirtschaft. Zum Abschluss des Kolloquiums diskutierten Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Wasserversorgern und dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gemeinsam mit den Teilnehmern über die Themen des Tages und stellten Bezüge zur bayerischen Wasserpolitik her. Hauptaugenmerk lag auch hier auf der Gewährleistung von Versorgungssicherheit und Qualität in der Trinkwasserversorgung unter Berücksichtigung von Infrastruktur und Digitalisierung. Daneben hatten die Besucher durch die Zusammenlegung der Nürnberger Kolloquien zur Trinkwasserversorgung und den Nürnberger Kolloquien zur Kanalsanierung Zugang zur gemeinsamen Hausmesse zu den Themenbereichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Das breite Angebot lud immer wieder zum fachübergreifenden Austausch und Netzwerken ein. Dabei nutzten die Teilnehmer auch die Möglichkeit, beide Kolloquien zu besuchen und sich so ein individuelles Programm zusammenzustellen.

Weitere Informationen zu den Nürnberger Kolloquien zur Trinkwasserversorgung finden Sie unter https://ohm-professional-school.de/tagungen/nuernberger-kolloquien/trinkwasserversorgung/

Die OHM Professional School ist das Institut für berufsbegleitende Weiterbildung der Technischen Hochschule Nürnberg und blickt auf eine mehr als 15-jährige Erfahrung im akademischen Weiterbildungsbereich zurück.
Mit aktuell über 20 maßgeschneiderten Angeboten aus den Bereichen Technik, Informationstechnologie und Wirtschaft ist die OHM Professional School der Partner für zielorientierte akademische Weiterbildung und lebenslanges Lernen in der Metropolregion Nürnberg. Das Portfolio umfasst diverse Studien- und Zertifikatslehrgänge, sowie Fachtagungen, (Firmen-)Seminare und Konferenzen.

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