Unter Usability Engineering versteht man jenen Teilbereich von Human-Computer-Interaction, der an der Schnittstelle Mensch und Technik ansetzt und die Gebrauchstauglichkeit von interaktiven Systemen gewährleistet. Usability Engineering ist dabei als ein iterativer Prozess zu verstehen. So wird bereits während des Planungs- und Entstehungsprozesses eines Produktes fortwährend die Handhabbarkeit mit den definierten Zielen und Bedürfnissen der späteren Endnutzer abgeglichen, um eine optimale User-Experience zu erreichen. Hierfür werden Erkenntnisse aus unterschiedlichen Disziplinen u.a. Informatik, Psychologie, Ingenieurwesen und Medienwissenschaften herangezogen.

Als berufsbegleitender Lehrgang ist Usability Engineering sehr praxisorientiert. Neben dem nötigen akademischen Fachwissen werden den Studierenden auch praxisnahe Methoden und Anwendungsweisen vermittelt. Inhalte des Studiums sind das Prototyping-Verfahren, mithilfe dessen Interface- und Interaktionsprototypen geplant und erstellt werden, die Vorbereitung und Durchführung von Usability-Tests sowie der Umgang mit unterstützenden Programmen, zum Beispiel für Screenrecording und Eye-Tracking. Ein Projekt ermöglicht die praktische Anwendung der erlernten Inhalte und vertieft diese. Abschluss des Studiums bildet eine Studienarbeit.

Am Ende der Weiterbildung steht die Vergabe eines Zertifikats, welches die erfolgreichen Absolventen als Usability Engineering Experts auszeichnet. Hierfür gilt es insgesamt 30 Leistungspunkte zu erzielen. Leistungspunkte werden für jede erbrachte Studienleistung auf Grundlage des European Credit Transfer System (ECTS) vergeben. Dabei entspricht ein ECTS-Leistungspunkt 30 Zeitstunden. Das Zeugnis wird als anerkannter Nachweis über die erbrachte Leistung und den erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs von der Technischen Hochschule Nürnberg vergeben.

Angelegt ist der Lehrgang als eine Mischung aus Präsenzstudium und Selbstlernphasen. Das sogenannte Blended-Learning-Konzept setzt sich dabei aus sechs Modulen zusammen, in denen sich die Teilnehmer flexibel und selbstorganisiert weiterbilden. Anwesenheitspflicht besteht an fünf verlängerten Wochenenden in neun Monaten. Präsenzzeiten sind dann von Donnerstag bis Samstag.

Voraussetzungen für die Teilnahme an dem Lehrgang sind ein Hochschulabschluss in Informationstechnik, Informatik, Ingenieurwissenschaften, Design, Medien, Psychologie oder Sozialwissenschaften. Auch ein erfolgreiches Studium und eine dem Berufsfeld entsprechende, mindestens zweijährige Berufstätigkeit oder eine abgeschlossene, anerkannte Berufsausbildung und eine mindestens zweijährige, dem Berufsfeld entsprechende Berufserfahrung werden für die Zulassung anerkannt.

Nach erfolgreichem Abschluss des Lehrgangs sind die Absolventen in der Lage, die Entwicklung und Planung von Projekten und Systemen aus der User-Perspektive zu evaluieren und dementsprechend zu steuern. Produkte können so perfekt auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten werden. Durch die praxisnahe Ausrichtung des Lehrgangs können sie das Erlernte direkt anwenden und praktisch umsetzen.