Berufliche Entscheidungen stehen nach wie vor unter dem Vorzeichen einer rationalen Entscheidungstheorie. Dabei wissen wir seit über vier Jahrzehnten empirischer, psychologischer, sozialpsychologischer, medizinischer und auch experimenteller, betriebswirtschaftlicher Forschung, dass menschliche Entscheidungsfindung ohne intuitiv-emotionale Anteile nicht funktionsfähig ist. Bis heute werden die damit verbundenen wissenschaftlichen Erklärungsmodelle (Implicit/Tacit Knowledge, unbewusste Wahrnehmung und Erfahrungswissen, Spiegelneurone) und vor allem die praktischen Konsequenzen ignoriert.


Was bedeutet VUCA-Welt?

Parallel dazu wird die Welt zunehmend dynamischer und komplexer, so dass heute anerkanntermaßen von einer volatilen ("Volatility"), unsicheren ("Uncertainty"), komplexen ("Complexity") und vieldeutigen ("Ambiguity") Welt ausgegangen wird ("VUCA-Welt").

  • Volatility bedeutet dabei, dass der stetige Wandel enorme Dynamiken entfaltet, die bedeutende Veränderungen auslösen können.
  • Uncertainty bezeichnet die Unsicherheit bezüglich neuer Ereignisse und die dadurch entstehende Überrumpelung.
  • Complexity steht für die zunehmende Vernetzung der Gesellschaft, daraus erwächst die Unsicherheit der einzelnen Individuen
  • Ambiguity bezeichnet die Schwierigkeit die Welt zu deuten, einfache Lösungsansätze greifen häufig nicht mehr.

Wir kommen mit unserem langsamen Denken in logischen, aufeinanderfolgenden Sequenzen längst täglich an die Grenzen professioneller Entscheidungsfindung. Die Beschleunigung der Beschleunigung impliziert jedoch gleichzeitig eine zunehmende Agilität in der Führung und Gestaltung von Organisationen. Und genau dabei kann professionelle Intuition eine große Hilfe in den operativen, taktischen und strategischen Entscheidungsprozessen sein, die insbesondere bei Führungsaufgaben wichtig sind. Bisherige Herangehensweisen funktionieren heute häufig nicht mehr. Die VUCA-Welt hat dadurch enormen Einfluss auf jedes Individuum, aber auch auf beinahe jeden Wirtschaftsbereich.